Leicht, handlich, lichtundurchlässig und scherbenfrei: Die Getränkedose gehört zu den beliebtesten Getränkeverpackungen der Welt. Inzwischen wird fast jedes Getränk in der Dose vermarktet: von Kaffee über Cocktails bis hin zu Wein und grünem Tee. Den größten Anteil am Getränkedosenmarkt haben Bier und Softdrinks.
Für den Verbraucher ist diese Eigenschaft der Getränkedose besonders wichtig: Wegen des geringen Gewichts ist sie leicht zu transportieren, sie ist leicht zu öffnen sowie leicht und schnell zu kühlen. Außerdem ist die Dose unzerbrechlich und damit auch für Großveranstaltungen geeignet. Am typischen „Zisch“-Geräusch erkennt der Verbraucher bereits beim Öffnen der Getränkedose, dass der Inhalt absolut frisch ist.
Für Getränkeproduzenten ist die optimale Qualität ihres Füllgutes bei langer Haltbarkeit gewährleistet. Denn die Getränkedose ist die einzige Verpackung, die absolut dicht ist. Dank der ausgezeichneten Barriere-Eigenschaften und durch den hermetischen Verschluss ist sie besonders gut für licht- und sauerstoffempfindliche Getränke geeignet.
Auch für den Handel bringt die Volumeneffizienz der Getränkedose Vorteile, denn sie benötigt weniger Platz im Supermarktregal – und spart somit auch Kosten. Zu den Pluspunkten der unzerbrechlichen Verpackung gehören nicht nur ihre Volumenvorteile, sondern auch das einfachere Handling – vor allem bei der weniger aufwändigen Sortierung des Leerguts. Das ergab der Prozesskostenvergleich der EHI-Studie 2009. Im Supermarktregal erregt die Getränkedose heutzutage aufgrund brillanter Drucktechniken die Aufmerksamkeit des Verbrauchers als „Mini-Litfaßsäule“.
Die Herstellung beginnt mit dem Ausschneiden und Tiefziehen von Aluminium- oder Weißblechbändern. Hierbei wird die Oberfläche zunächst mit einem leichten Schmierfilm versehen. Dann wird das so vorbereitete Material der Tiefziehpresse zugeführt, wo die einzelnen Ronden ausgestanzt und über einen Ziehring zu einem Napf (Cup) geformt werden.
Jetzt werden die Dosenrohlinge in der Abstreckmaschine auf Format gebracht, d.h. die Wandstärke wird reduziert und der Boden geformt. In der sogenannten Beschneidemaschine werden sie dann je nach gewünschter Dosenhöhe beschnitten. Es folgt ein Waschprozess, in dem das zu Beginn aufgebrachte Schmiermittel entfernt wird, dann wird alles bei 200 Grad mit Warmluft getrocknet. Dem Waschen und Trocknen schließt sich die Außenlackierung sowie das Bedrucken an. Es folgt ein weiterer Trocknungsprozess.
Noch ist die Dose zylindrisch. Zur Aufnahme des kleineren Deckels wird sie im oberen Bereich im Durchmesser durch das sogenannte Einziehen reduziert. Anschließend wird das offene Ende der Dose gebördelt, also nach Außen gebogen, damit sich die gefüllte Dose mit dem Deckel sicher verschließen lässt. Der metallisch blanke Dosenboden wird jetzt von außen lackiert. Nun folgen die finalen Produktionsschritte: das Testen auf Löcher, Bördelrisse oder Innenfehler. Erst dann ist die Dose zum Palettieren, also zum Verpacken und Verladen, fertig.
Am 24. Januar wird erstmals offiziell Krueger-Bier in Dosen verkauft. Die damalige Dose ist mit rund 100 Gramm mehr als fünfmal so schwer wie heute. Die ersten Exemplare bestehen aus drei Teilen und haben seitlich eine Lötnaht. Das erste Verkaufsjahr endet mit 200 Millionen verkauften Dosen.
Die erste Bierdose für den deutschen Markt wird vorgestellt: eine dreiteilige Flaschendose mit Kronkorkenverschluss.
Auch in Deutschland gelingt der Durchbruch der Getränkedose in runder, klassischer, leicht stapelbarer Form.
Die ersten Aluminium-Getränkedosen kommen auf den Markt. Sie sind zweiteilig und reduzieren den Ressourcenverbrauch erheblich. Im selben Jahr revolutioniert der Amerikaner Ernie Fraze mit der Erfindung des Aufreißdeckels aus Aluminium die Dosenöffnung. Getränkedosen müssen nun nicht mehr mit beiliegendem Werkzeug geöffnet werden.
Das neue Maß- und Gewichtsgesetz setzt den Inhalt von ehemals zwölf Unzen (0,35 Liter) auf bis heute gebräuchliche 0,33 Liter herab.
Eine Getränkedose wiegt nur noch 38g. Der so genannte „Stay-on-tab“ ersetzt das bisher übliche Aufreißverfahren der Getränkedose. Nun kann der vorgestanzte Bereich nach innen gedrückt werden und bleibt mit der Getränkedose verbunden.
Futuristische Innovationen erreichen die Getränkedose. Thermochromer Lack zeigt dem Verbraucher die ideale Trinktemperatur an. UV-Lack bringt die Dose in Discotheken und Nachtclubs zum „Leuchten“.
Im Bereich der Dosenbedruckung werden neue Lasertechniken eingeführt. Sie ermöglichen völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Dose aus Weißblech wiegt mittlerweile nur noch rund 24 Gramm (0,33 Liter), die Aluminiumvariante sogar nur noch 12,5 Gramm (0,33 Liter).
Regierung und Bundestag beschließen die Novellierung der Verpackungs-verordnung. Künftig soll auf Einwegverpackungen Pfand erhoben werden. Der Handel muss nun alle Einwegverpackungen zurücknehmen, was dazu führt, dass fast alle großen Handelsketten die Getränkedose nahezu vollständig aus ihrem Sortiment nehmen.
Mit der Neuregelung des Pfandsystems wird ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem eingeführt, was die Rücknahmeregelung für den Handel wieder vereinfacht. Große Handelsketten nehmen die Getränkedose wieder in ihr Sortiment auf.
Fünf Jahre nach Einführung der Pfandregelung steigt der Dosenabsatz in Deutschland langsam wieder an. In Tankstellen und Kiosken befindet sich bereits wieder jedes fünfte Getränk in der Getränkedose.
Die Getränkedose knackt die Milliardenmarke. Mit mehr als 1,1 Milliarden verkauften Getränkedosen steigt der Absatz um rund 19 Prozent.
Die Getränkedose feiert ihren 80. Geburtstag und in Deutschland steigt die Recyclingquote von 96 auf 98 Prozent.
Mit mehr als 2,5 Milliarden verkauften Getränkedosen stellt Deutschland in diesem Jahr abermals einen neuen Absatzrekord auf.
Eine 0,33 Liter-Getränkedose wiegt durchschnittlich nur noch 12 g.