Von der Herstellung bis zum Recycling erfüllt die Getränkedose entlang der Wertschöpfungskette unterschiedliche Funktionen.
Je nach Einsatzbereich bringt sie spezifische Vorteile für Produktion, Logistik, Handel und Nutzung mit sich.
Getränkedosen sind praktisch für unterwegs und für viele Alltagssituationen geeignet. Sie sind relativ leicht zu transportieren, benötigen wenig Platz und lassen sich schnell kühlen.
Durch ihre stabile und geschlossene Form ist der Inhalt zuverlässig und gut geschützt. Das Getränk bleibt vor äußeren Einflüssen wie Licht, Luft oder Schmutz abgeschirmt.
Hinzu kommt, dass Getränkedosen in verschiedenen Größen erhältlich sind. So können sie passend zu unterschiedlichen Anlässen und Portionsgrößen gewählt werden.
Für Hersteller bietet die Getränkedose den Vorteil, dass sie sich gut in standardisierte Produktionsabläufe einfügt. Unterschiedliche Getränke können oft auf denselben Anlagen abgefüllt werden. Das spart Zeit bei der Umstellung und macht die Produktion effizienter.
Für den Handel sind Getränkedosen insbesondere deshalb vorteilhaft, weil sie sich gut transportieren und lagern lassen. Durch ihre stabile Form können große Mengen einfach bewegt werden, ohne dass zusätzlicher Schutz nötig ist.
Auch in Lager und Markt erleichtert die Getränkedose viele Abläufe. Sie lässt sich gut stapeln und platzsparend lagern. So können Lager- und Verkaufsflächen effizient genutzt werden.
Der Herstellungsprozess beginnt mit großen Aluminiumbändern, aus denen zunächst runde Stücke ausgestanzt werden.
In den nächsten Schritten erhalten diese Rohlinge ihre spätere Dosenform. Die Wände werden ausgedünnt und dabei in die Länge gezogen, der Boden geformt und die Getränkedose auf die gewünschte Höhe zugeschnitten. Dann folgen Außenlackierung und Aufdruck.
Anschließend wird der obere Teil der Getränkedose geformt und verengt, so dass später ein Deckel aufgesetzt und die Getränkedose dicht verschlossen werden kann.
Der Deckel wird separat gefertigt und mit einer Öffnungslasche versehen. Beim Abfüllprozess wird er nach dem Befüllen der Dose passgenau aufgesetzt und fest mit dem Dosenkörper verbunden.
Erstmals wird Bier in Getränkedosen kommerziell verkauft (USA). Die Getränkedosen bestehen aus drei Teilen, sind verlötet und wiegen mit rund 100 Gramm mehr als fünfmal so viel wie heute. Das erste Verkaufsjahr endet mit 200 Millionen verkauften Getränkedosen.
Die erste Bierdose für den deutschen Markt wird vorgestellt: eine dreiteilige Flaschendose mit Kronkorkenverschluss.
Auch in Deutschland gelingt der Durchbruch der Getränkedose aus Stahl und Weißblech in runder, klassischer, leicht stapelbarer Form.
Die ersten Aluminium-Getränkedosen kommen auf den Markt. Sie sind zweiteilig und reduzieren den Ressourcenverbrauch erheblich. Im selben Jahr revolutioniert der Amerikaner Ernie Fraze mit der Erfindung des Aufreißdeckels aus Aluminium die Dosenöffnung.
Das neue Maß- und Gewichtsgesetz setzt den Inhalt von ehemals zwölf Unzen (0,35 Liter) auf bis heute gebräuchliche 0,33 Liter herab.
Eine Getränkedose wiegt nur noch 38 Gramm. Der so genannte „Stay-on-tab“ ersetzt das bisher übliche Aufreißverfahren der Getränkedose. Nun kann der vorgestanzte Bereich nach innen gedrückt werden und bleibt mit der Getränkedose verbunden.
Eine Getränkedose aus Weißblech wiegt mittlerweile nur noch rund 24 Gramm (0,33 Liter), die Aluminiumvariante sogar nur noch 12,5 Gramm (0,33 Liter).
Mit der Neuregelung des Pfandsystems wird ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem eingeführt, was die Rücknahmeregelung für den Handel wieder vereinfacht. Große Handelsketten nehmen die Getränkedose wieder in ihr Sortiment auf.
Fünf Jahre nach Einführung der Pfandregelung steigt der Getränkedosenabsatz in Deutschland langsam wieder an. In Tankstellen und Kiosken befindet sich bereits wieder jedes fünfte Getränk in der Getränkedose.
Die Getränkedose knackt die Milliardenmarke. Mit mehr als 1,1 Milliarden verkauften Getränkedosen steigt der Absatz in Deutschland um rund 19 Prozent.
In Deutschland steigt die Recyclingquote von 96 auf 98 Prozent.
Mit mehr als 2,5 Milliarden verkauften Getränkedosen stellt Deutschland in diesem Jahr abermals einen neuen Absatzrekord auf.
Eine 0,33 Liter-Getränkedose wiegt durchschnittlich nur noch 12 Gramm.
Die Rücklaufquote für Getränkedosen bleibt in Deutschland konstant auf einem sehr hohen Niveau von rund 99 Prozent.
In Deutschland wird das Verpackungsgesetz novelliert. Damit werden unter anderem Vorgaben aus der EU-Einwegkunststoffrichtlinie in nationales Recht überführt. In Getränkedosen bedeutet dies vor allem strengere Anforderungen an Rücknahme, Recyclingfähigkeit und kreislaufgerechtes Verpackungsdesign.
Die EU-Kommission legt am 30. November den Vorschlag für die neue Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) vor. Ziel ist es, EU-weit strengere Regeln für Verpackungen, Recyclingfähigkeit und Abfallvermeidung einzuführen.
Die EU verabschiedet die PPWR am 19. Dezember. Sie ersetzt die bisherige Verpackungsrichtlinie und gilt künftig für alle Verpackungen, so auch für Getränkedosen.
Ab Mitte 2026 muss die neue EU-Verpackungsverordnung angewendet werden. Damit steigen die regulatorischen Anforderungen an Kreislauffähigkeit, Verpackungsdesign und Recycling in ganz Europa.