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Leicht, handlich, lichtundurchlässig und scherbenfrei: Die Getränkedose gehört zu den beliebtesten Getränkeverpackungen. Inzwischen wird fast jedes Getränk in der Dose vermarktet: von Kaffee über Cocktails bis hin zu Wein und grünem Tee. Den größten Anteil am Getränkedosenmarkt haben Bier und Softdrinks.

  • Vorteile für Verbraucher
  • Vorteile für den Hersteller
  • Vorteile für den Handel

„Leicht“. Für den Verbraucher ist diese Eigenschaft der Getränkedose besonders wichtig: Wegen des geringen Gewichts ist sie leicht zu transportieren, sie ist leicht zu öffnen sowie leicht und schnell zu kühlen. Außerdem ist die Dose unzerbrechlich und damit auch für Großveranstaltungen geeignet. Am typischen „Zisch“-Geräusch erkennt der Verbraucher bereits beim Öffnen der Getränkedose, dass der Inhalt absolut frisch ist.

Für Getränkeproduzenten ist die optimale Qualität ihres Füllgutes bei langer Haltbarkeit gewährleistet. Denn die Getränkedose ist die einzige Verpackung, die absolut dicht ist. Dank der ausgezeichneten Barriere-Eigenschaften und durch den hermetischen Verschluss ist sie besonders gut für licht- und sauerstoffempfindliche Getränke geeignet.

Als Verpackung ist die Getränkedose sehr kosteneffizient für den Abfüller: Sie hat ein günstiges Gewichtsverhältnis von Inhalt und Verpackung: Nur drei Prozent sind Verpackung, 97 Prozent Produkt. Die große Öffnung erlaubt zudem hohe Abfüllgeschwindigkeiten und bietet aufgrund der Stapelbarkeit und des geringen Gewichts eine optimale Volumeneffizienz bei der Lagerung ebenso wie bei der Distribution.

Auch für den Handel bringt die Volumeneffizienz der Getränkdose Vorteile, denn sie benötigt weniger Platz im Supermarktregal – und spart so auch Kosten. Zu den Pluspunkten der unzerbrechlichen Verpackung gehören nicht nur ihre Volumenvorteile, sondern auch das einfachere Handling – vor allem bei der weniger aufwändigen Sortierung des Leerguts. Das ergab der Prozesskostenvergleich der EHI-Studie 2009.

Im Supermarktregal erregt sie aufgrund brillanter Drucktechniken die Aufmerksamkeit des Verbrauchers als „Mini-Litfasssäule“.

Die Herstellung beginnt mit dem Ausschneiden und Tiefziehen von Aluminium- oder Weißblechbändern. Hierbei wird die Oberfläche zunächst mit einem leichten Schmierfilm versehen. Dann wird das so vorbereitete Material der Tiefziehpresse zugeführt, wo die einzelnen Ronden ausgestanzt und über einen Ziehring zu einem Napf (Cup) geformt werden.

Jetzt werden die Dosenrohlinge in der Abstreckmaschine auf Format gebracht, d.h. die Wandstärke wird reduziert und der Boden geformt. In der sogenannten Beschneidemaschine werden sie dann je nach  gewünschter Dosenhöhe beschnitten. Es folgt ein Waschprozess, in dem das zu Beginn aufgebrachte Schmiermittel entfernt wird, dann wird alles bei 200 Grad mit Warmluft getrocknet. Dem Waschen und Trocknen schließt sich die Außenlackierung sowie das Bedrucken an. Es folgt ein weiterer Trocknungsprozess.

Noch ist die Dose zylindrisch. Zur Aufnahme des kleineren Deckels wird sie im oberen Bereich im Durchmesser durch das sogenannte Einziehen reduziert. Anschließend wird das offene Ende der Dose gebördelt, also nach Außen gebogen, damit sich die gefüllte Dose mit dem Deckel sicher verschließen lässt. Der metallisch blanke Dosenboden wird jetzt von außen lackiert. Nun folgen die finalen Produktionsschritte: das Testen auf Löcher, Bördelrisse oder Innenfehler. Erst dann ist die Dose zum Palettieren, also zum Verpacken und Verladen, fertig.

  • 1935
  • 1936
  • 1937
  • 1951
  • 1959
  • 1967
  • 1973
  • 1974
  • 1980IGER JAHRE
  • 2001
  • 2002
  • 2003
  • 2006
  • 2007
  • 2008
  • 2010
  • 2011
  • 2012
  • 2014
  • 2015
  • 2016
  • 2017

1935

Am 24. Januar wird erstmals offiziell Krueger-Bier in Dosen verkauft. Die damalige Dose ist mit rund 100 Gramm mehr als fünfmal so schwer wie heute. Die ersten Exemplare bestehen aus drei Teilen und haben seitlich eine Lötnaht. Das erste Verkaufsjahr endet mit 200 Millionen verkauften Dosen.

1936

Der „Dosentrend“ greift auf Europa über: zunächst auf Großbritannien, wenig später auch auf Deutschland: „Die Bierflaschen liegen nicht mehr schwer, Platz beanspruchend und zerbrechlich im Rucksack oder im Picknickkoffer. 60 Prozent an Raumbedarf und 40 Prozent an Gewicht können durch die Verwendung von Büchsen gespart werden. (…) Im Kühlschrank sind die Bierdosen viel leichter unterzubringen, und durch die gute Leitfähigkeit des Metalls ist das Bier in ihnen schneller zu kühlen.“ (Altonaer Nachrichten, 22. Januar 1936)

1937

Die erste Bierdose für den deutschen Markt wird vorgestellt: eine dreiteilige Flaschendose mit Kronkorkenverschluss. In der Vorkriegszeit wird die Produktion aber bereits frühzeitig wieder eingestellt.

1951

14 Jahre später gelingt der Durchbruch der Getränkedose in runder, klassischer, leicht stapelbarer Form auch in Deutschland. Ein wichtiger Grund: die in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten. Die Dose wird zum Modeprodukt getreu dem Slogan „Moderner Leben – mit Bier aus Dosen“.

1959

Die ersten Aluminium-Getränkedosen kommen auf den Markt. Sie sind zweiteilig und reduzieren den Ressourcenverbrauch erheblich. Im selben Jahr revolutioniert der Amerikaner Ernie Fraze mit der Erfindung des Aufreißdeckels aus Aluminium die Dosenöffnung. Getränkedosen müssen nun nicht mehr mit beiliegendem Werkzeug geöffnet werden. Die Handlichkeit und die Beliebtheit der Getränkedose steigen rasant.

1967

Die ersten „drawn and wall ironed“ (DWI) Getränkedosen verbessern Geschmacksneutralität und Korrosionsschutz.

1973

Das neue Maß- und Gewichtsgesetz setzt den Inhalt von ehemals zwölf Unzen (0,35 Liter) auf bis heute gebräuchliche 0,33 Liter herab.

1974

Die Dosenentwicklung setzt sich weiter fort. Eine Getränkedose besteht nur noch aus zwei Teilen und wiegt lediglich 38g. Der so genannte „Stay-on-tab“ ersetzt das bisher übliche Aufreißverfahren der Getränkedose. Ab sofort kann der vorgestanzte Bereich nach innen gedrückt werden und bleibt mit der Getränkedose verbunden.

1980IGER JAHRE

Die Getränkedose wird inzwischen für nahezu alle Arten von kohlensäurehaltigen Getränken verwendet. Durch Spezialausgaben mit Wappen von Sportvereinen, Logos von Pop- und Rock-Bands oder Filmmotiven wird nun sogar die Sammelleidenschaft bei den Konsumenten geweckt.

2001

Futuristische Innovationen erreichen die Getränkedose. Thermochromer Lack zeigt dem Verbraucher die ideale Trinktemperatur an. UV-Lack bringt die Dose in Discotheken und Nachtclubs zum „Leuchten“.

2002

Einführung neuer Lasertechniken im Bereich der Dosenbedruckung. Sie ermöglichen völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Dose aus Weißblech wiegt mittlerweile nur noch rund 24 Gramm (0,33 Liter), die Aluminiumvariante sogar nur noch 12,5 Gramm (0,33 Liter). Die Getränkedose wird mit erheblichem Forschungs- und Entwicklungsaufwand weiterentwickelt.

2003

Regierung und Bundestag beschließen die Novellierung der Verpackungs-verordnung. Künftig soll auf Einwegverpackungen Pfand erhoben werden. Der Handel muss nun alle Einwegverpackungen zurücknehmen, was dazu führt, dass fast alle großen Handelsketten  die Getränkedose nahezu vollständig aus ihrem Sortiment nehmen.

2006

Mit der Neuregelung des Pfandsystems wird ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem eingeführt, was die Rücknahmeregelung für den Handel wieder vereinfacht. Das Ergebnis: Große Handelsketten nehmen die Getränkedose wieder in ihr Sortiment auf.

2007

In Deutschland werden die ersten wieder verschließbaren Getränkedosen getestet.

2008

Fünf Jahre nach Einführung der Pfandregelung steigt der Dosenabsatz in Deutschland langsam wieder an. In Tankstellen und Kiosken befindet sich bereits wieder jedes fünfte Getränk in der Getränkedose.

2010

Der Aufwärtstrend der Getränkedose auf dem deutschen Markt hält an. Verglichen zum Vorjahr ist der Absatz inzwischen knapp um die Hälfte gestiegen. Damit ist 2010 nicht nur Erfolgsjahr Nummer drei in Folge, sondern auch das Jahr mit dem bisher höchsten Absatzanstieg.

2011

Die Getränkedose knackt die Milliardenmarke. Mit mehr als 1,1 Milliarden verkauften Getränkedosen steigt der Absatz um rund 19 Prozent. Die Industrie profitiert vor allem von dauerhaft starken Segmenten wie Bier-, Energy- und Erfrischungsgetränken und von Großveranstaltungen, Konzerten und Festivals, die häufig mit einem Glasverbot einhergehen.

2012

Weniger Gewicht und Materialverbrauch wirken sich positiv auf die CO2-Bilanz der Getränkedose aus, daher arbeiten Forschung und Entwicklung kontinuierlich am Gewicht der Getränkedose.

2014

Das Jahr der Fußball-WM in Brasilien ist auch das Jahr der  Getränkedose in Deutschland. Bei zahlreichen Public Viewing Events erweist sich die Getränkedose – wie die deutsche Elf – als unschlagbar. Die im fünften Jahr in Folge anhaltende Entwicklung der Verkaufszahlen, 2014 sind es 1,86 Milliarden verkaufte Dosen, zeigt zudem die steigende Popularität beim Verbraucher.

2015

Die Getränkedose feiert ihren 80. Geburtstag und in Deutschland steigt die Recyclingquote von 96 auf 98 Prozent.  

2016

Mit mehr als 2,5 Milliarden verkauften Getränkedosen stellt Deutschland in diesem Jahr abermals einen neuen Absatzrekord auf.

2017

Die Getränkedose wird mit erheblichem Forschungs- und Entwicklungsaufwand weiterentwickelt. So wiegt eine 0,33 Liter Getränkedose heute durchschnittlich nur noch 12 g.